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Das Ende der Dominanz des Menschen
Station
Alle in die Stadt

Silas Wolf
Tilmann Finner


Unsere Städte waren lange Zeit fast ausschließlich als Raum für Menschen und ihre Lebensweisen konzipiert. Doch damit ist jetzt Schluss. Um die Stadt für alle Spezies freundlicher und inklusiver zu gestalten, können hier experimentell alternative Stadtkonzepte entwickelt werden, die wirklich Lebensraum für alle bieten. Im Spiel bauen alle Mitspielenden gemeinsam mit verschiedenen baulichen und natürlichen Elementen eine ihrer Vorstellung entsprechenden Stadt. Dann werden die Karten einzelner Spezies zugelost, die nun mit Erweiterungselementen vertreten werden sollen. Die Karten enthalten Informationen zu den Bedürfnissen der Spezies beispielsweise bezüglich Lebensraum und Nahrung. Da die eingesetzten Spezies nicht unbedingt immer untereinander harmonieren, können Konflikte entstehen, für die im Diskurs Lösungen gesucht werden müssen. Szenariokarten (z.B. Dürre) regen den Spielfluss zusätzlich an.

Was wäre, wenn die Stadt gleichwertig und für alle Lebewesen gerecht gestaltet werden würde?

   
HINTERGRUND:

Mit der weltweiten Urbanisierung haben Städte eine besondere Relevanz für lokale und globale klimatische und ökologische Zusammenhänge. Sie bilden gewissermaßen ein eigenes Ökosystem, das oft eher abgeschottet und kontrolliert wird. Dies wirft vor dem Hintergrund der Klimakrise und des Verlustes der Artenvielfalt grundsätzliche Fragen zu unserer urbanen Lebensart auf. In vielen Teilen der Welt - und bei uns noch bis vor gut 100 Jahren - ist oder war es üblich, mit Nutztieren zusammenzuleben. Sie waren Teil der Familie und oft eine Überlebens-Versicherung. Ein interspezifisches Zusammenleben ist von daher grundsätzlich nichts Neues - aber es müssen nicht unbedingt nur Nutztiere sein. Auch wenn es um Tiere geht, die nicht in unsere Ästhetik-Vorstellungen passen, ist ihr Nutzen eindeutig: Gesunde Ökosysteme sind aus vielen Gründen wichtig für den Menschen. Wieso sollten also nicht alle Spezies in den Städten leben dürfen? Das experimentelle Spiel ist angelehnt an Animal-Aided Design, einer stadtplanerischen Strategie, die Tiere und Pflanzen einschließt, und Jenseits der Natur_Volksherrschaft im Garten, einem partizipativen Politexperiment des Club Real, bei dem alle Lebewesen eines bestimmten Ortes rechtlich in einem Parlament vertreten werden.



   






Von Spielenden vertretene Spezies und wo ihre menschlichen Vertreter*innen leben möchten.



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